Montag, 16. November 2009

Krankhafte Tierliebe! Animal -Hording


Man kann es immer öfter in den Medien verfolgen: Eine alte Frau, die unter unerträglichen Bedingungen mit mehr als fünfundzwanzig Katzen in einer kleinen Mietwohnung lebt,
ein Ingenieur, der immer neue Brutkästen für seine Wellensittiche baut, schließlich fast 2.000 Vögel beherbergt und selbst keinen Platz mehr zum Leben findet.
Einen Fall, bei dem 120 Wellensittiche in Baden-Württemberg beschlagnahmt wurden, die auf engstem Raum gehalten worden waren.
In Schleswig-Holstein wurden 60 Hunde beschlagnahmt, dazu noch Fische und Papageien. Die Tiere befanden sich allesamt in einem katastrophalen Zustand.
In Duisburg wurden sogar 263 Hunde in einem Haus entdeckt.
Dann wurden z.B. eine Vielzahl von Tierschutzvereinen an der Vermittlungsaktion von 170 Hängebauchschweinen, die aus einem so genannten "Gnadenhof" in Rheinland-Pfalz befreit wurden, beteiligt.
Und auch die Rettung von über 230 Hunden aus einer unzumutbaren Tierhaltung in Liebenwalde (Brandenburg) ist noch in Erinnerung.
Am 24. Juli 2007 griff die Staatsanwaltschaft Flensburg ein. Mit polizeilicher Unterstützung sollten die Tiere befreit werden. Als die Ordnungshüter auf dem Grundstück der Tierhalterin eintrafen, trat das ganze Ausmaß des Tierleids zutage. Hinter Müllbergen und Bretterverschlägen kamen immer mehr verstörte Tiere zum Vorschein. Verängstigte, völlig verdreckte und teilweise kranke Hunde, dazwischen zitternde Welpen.
Taarstedt - Der Amtsveterinär informierte die Mitarbeiter des nahe gelegenen Tier-, Natur- und Jugendzentrums Weidefeld, die gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen aus Schleswig, Kiel, Kappeln und Dithmarschen sofort zur Hilfe eilten. Neben 67 Hunden, davon 18 Welpen, befreiten die Helfer neun Papageien, diverse Fische und eine Katze. Für die Tiere wurden Notunterkünfte gefunden und sie konnten in Weidefeld sowie den beteiligten Tierschutzvereinen erstversorgt werden. Inzwischen konnten die Tiere aus dem Fall Taarstedt in gute Hände abgegeben werden.

Ich könnte noch einiges mehr aufzählen....erschreckend.

Insgesamt gibt es noch keine genauen Zahlen; wie häufig so etwas vorkommt.
In den USA gibt mehr als 1000 Fälle pro Jahr. Ja und die Dunkelziffer ist wahrscheinlich um einiges höher!
Die Besitzer sind sich meist noch nicht mal einer Schuld bewusst. Das sie sich einer, meiner Meinung nach, schweren Tiermisshandlung vorzuwerfen haben.
Das Tiere in ihrer Obhut dahinvegetieren, hungern, krank sind, in ihrem eigenem Kot leben müssen und gar noch Tiere sterben, die nicht entsorgt werden.
Wurden die Tiere aus dieser `Obhut´ befreit, dauert es meist nicht lange und es fängt wieder von vorn an.
Erstmals wurde Ende der 90er-Jahre in den USA wahrgenommen, dass es Menschen gibt, die Tiere in Massen horteten, ihnen aber fast keine Fürsorge zukommen ließen. Dass Wohnungen und die Unterkünfte von Tieren mit Exkrementen übersät waren. Amerikanische Wissenschaftler sagten schließlich: Hinter diesen Tieransammlungen muss eine menschliche Erkrankung stecken.
Das Sammeln von Tieren ist also nicht das eigentliche Problem - sondern das Symptom eines Problems, das beim Menschen liegt.

Welche Ursachen stecken hinter diesem zwanghaften Horten?
Es ist ähnlich wie beim Messie-Syndrom. Animal Hoarder sind mehrheitlich Einzelpersonen. Oft haben sie Bindungsschwierigkeiten, sind gesellschaftlich isoliert. Nach Studien sind drei Viertel der Betroffenen Frauen, die fünfzig Jahre oder älter sind. Hinter dem Animal Hoarding steckt meist eine obsessive Persönlichkeitsstörung. Zusätzlich muss man zwischen verschiedenen "Animal Hoarder"-Typen unterscheiden.
Einmal gibt es den "Pflegertypen". Der nimmt Tiere auf, und wenn sie sich vermehren, fängt es an, ihn zu überfordern. Dieser Hoarder sieht zwar, dass ein Problem existiert. Er ist aber nicht mehr fähig, das Problem mit den vielen Tieren zu lösen - von anderen Problemen ganz zu schweigen. Also lässt er alles weiterlaufen.
Als nächstes gibt es den "Befreiertyp". Er sammelt Tiere aktiv und empfindet sich als deren Retter. Sein dominierender Gedanke: Nur bei mir haben es die Tiere gut.
Der "Züchtertyp" dagegen schafft sich Tiere mit dem Vorsatz an, sie zu züchten, auszustellen und zu verkaufen. Aber dann wird es ihm zuviel.
Schließlich gibt es noch eine Art von Animal Hoarder, die besonders problematisch ist.
Den "Ausbeutertypen" kennen wir bisher nur aus den Vereinigten Staaten. Er schafft sich Tiere ausschließlich als Statussymbol an und empfindet keinerlei emotionale Bindung.
Was die verschiedenen Typen verbindet: In der Regel ist überhaupt keine Einsicht da, dass etwas nicht stimmt, geschweige denn Schuldbewusstsein.
Leider ist Animal-Hording in Deutschland noch nicht als Krankheit anerkannt. Also gibt es auch noch keine Therapie für diese Fälle. Ich kann nur jeden auffordern, falls mal der Verdacht besteht, dass ein Animal Horder in ihrem Umfeld lebt, schauen sie nicht weg!
Ich würde erstmal versuchen, mit dieser Person zu reden und sehen ob mein Verdacht berechtigt ist. Dann aber auf jeden Fall diese Tierquälerei melden.